Christoph Hettenbach trotzt extremen Bedingungen
Frankfurt. Der Ironman Frankfurt am 28. Juni verlangte den Athletinnen und Athleten alles ab. Bei Temperaturen von knapp 38 Grad entwickelte sich der Wettkampf zu einer wahren Hitzeschlacht. Aus Sicherheitsgründen nahm der Veranstalter kurzfristig Änderungen an den Strecken vor: Die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke im Langener Waldsee blieb unverändert. Da die Wassertemperatur bei 29 Grad lag, durfte ohne Neoprenanzug geschwommen werden. Die Radstrecke wurde von 180 auf 125 Kilometer verkürzt, anstelle des Marathons stand nur noch ein Halbmarathon auf dem Programm.

Für den Triathleten Christoph Hettenbach vom TuS Eicklingen war es die vierte Langdistanz nach seinen Starts in Hamburg, Frankfurt und Roth. Die Vorbereitung verlief jedoch alles andere als optimal. Wegen eines Risses am Rahmen seines Rennrads konnte er lediglich fünf Trainingseinheiten im Freien absolvieren. Alle anderen Radeinheiten musste er auf der Rolle bestreiten. Erst anderthalb Wochen vor dem Wettkampf erhielt er einen Leihrahmen. Zwischenzeitlich dachte Hettenbach sogar darüber nach, den Ironman abzusagen. Nach der langen und intensiven Vorbereitung entschied er sich jedoch, den Wettkampf in Angriff zu nehmen – zumal es zunächst seine letzte Langdistanz werden sollte.
Bereits das Schwimmen verlief nicht nach seinen Vorstellungen. Für die 3,8 Kilometer benötigte Hettenbach 1:19:28 Stunden und zeigte sich anschließend selbstkritisch: „Das Schwimmen lief überhaupt nicht.“ Entsprechend unzufrieden stieg er aus dem Wasser.
Auf dem Rad fand der Eicklinger dann deutlich besser in den Wettkampf. Trotz der schwierigen Vorbereitung absolvierte er die verkürzte Radstrecke in 3:30:47 Stunden und konnte hier seine Stärke unter Beweis stellen. Auch auf der Laufstrecke kämpfte er sich trotz der enormen Hitze mit großem Willen bis ins Ziel und benötigte für den Halbmarathon 1:55:57 Stunden.
Auch wenn Christoph Hettenbach den Ironman Frankfurt erfolgreich beendete, fiel sein Fazit eher ernüchternd aus. Der Wettkampf verlief nicht nach seinen Vorstellungen und blieb deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Vor allem die Schwimmleistung und die außergewöhnlichen Bedingungen sorgten dafür, dass dieser Ironman nicht der Abschluss wurde, den er sich gewünscht hatte.
Eigentlich sollte Frankfurt das Ende seiner Langdistanz-Karriere markieren. Doch obwohl ihn das Rennen etwas enttäuscht zurückließ, wollte sich Hettenbach nicht endgültig festlegen. Ein kleines Hintertürchen bleibt offen – vielleicht wird ihn die Faszination Ironman irgendwann doch noch einmal an den Start einer Langdistanz locken.
Bis dahin soll jedoch wieder der Spaß am Sport im Vordergrund stehen. Bereits einen Tag nach dem Ironman saß Christoph Hettenbach wieder auf seinem Rennrad und genoss es, einfach ohne Trainingsplan und Vorbereitungsstress auf den Straßen unterwegs zu sein. Nach den anstrengenden Monaten der Vorbereitung war genau dieses unbeschwerte Gefühl für ihn der schönste Ausblick auf die kommende Zeit.
(J.Wedekinid)